Warum sind Streuobstwiesen schützenswert?

Streuobstwiese sind seit Jahrhunderten ein wichtiger Bestandteil der kleinbäuerlichen Kulturlandschaft Mitteleuropas. Wer an Streuobstwiesen denkt, denkt an idyllische Landschaften mit blütenprächtigen Obstgehölzen und bunten Wiesen auf denen Schafe weiden oder der Bauer mit seiner Sense Gras für das Vieh mäht.

Leider gilt das Biotop Streuobstwiese mittlerweile als gefährdet. Die Größe der Bestände nimmt stetig ab und in weiten Teilen Deutschlands sind Streuobstwiesen gar nicht mehr zu finden – zum Leiden des Menschen und der Natur. Denn zum einen geht mit ihnen eine wichtige landschaftsbild-prägende Struktur und zum anderen Lebensraum für eine Vielzahl verschiedenster Tierarten verloren.

Streuobstwiesen besitzen einen sehr hohen ökologischen Wert. Dabei sind gerade alte hochstämmige Obstbäume, die Baumhöhlen und Totholz aufweisen, von Bedeutung. Auf ihnen leben viele Insekten und Spinnentiere, die wiederum als Nahrung für Vögel und Säugetiere dienen. Die Baumhöhlen dieser Gehölze werden gerne als Nistplätze genutzt. Die stark gefährdeten Steinkäuze (Athene noctua), der Wendehals (Jynx torquilla) und der Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) sind u.a. typische Vogelarten einer Streuobstwiese. Auch zahlreiche Säugetierarten profitieren von Streuobstwiesen, wie beispielsweise Fledermäuse, Igel und Siebenschläfer. Aber nicht nur die Tier-, sondern auch die Pflanzenwelt findet hier eine Nische. Denn ein Großteil der besagten Artenvielfalt einer Streuobstwiese ist mit den verschiedensten Gräser und Kräutern in eben der „Wiese“ zu finden.